VHS-Kurs „Sticken mit der Maschine“

VHS-Kurs „Sticken mit der Maschine“

Sticken ist eine wundervolle Art seine genähten Werke zu verschönern und zu personalisieren.

 

Die wichtigsten Inhalte aus meinen VHS-Kursen habe ich hier mal für euch zusammengestellt:

Die Stickmaschine

Bei der Entscheidung welche Stickmaschine ihr euch kaufen sollt kann ich euch leider nicht helfen. Es gibt sehr viele Fabrikate auf dem Markt. Neben der reinen Stickmaschine gibt es
die Kombi-Maschine: Die Maschinen können Sticken und Nähen. Natürlich nicht beides gleichzeitig. Die Entscheidung für diese Art von Maschine fällt meist bei Platzproblemen. Denn Platz spart man mit einer Kombi-Stickmaschine, man hat ja nur eine Maschine. Allerdings muß sie aber jedes Mal erst von der Näh- zur Stickmaschine umgebaut werden.
Für andere ist es wiederum wichtig nähen und sticken gleichzeitig zu können. Überlegt euch vorher welche Rahmengröße für euch wichtig ist.

Die Rahmengröße

Die meisten Maschinen haben einen 10 x 10 Rahmen, also 10 cm in alle Richtungen. Vorteil des kleinen Rahmens ist, dass man weniger Material  und nicht so viel Vlies benötigt.
Die nächste gängige Größe ist der 13 x 18 Rahmen. Die meisten ITH-Dateien fangen hier erst an. Vorteile eines großen Rahmens ist es auch, dass man auch mal 2-3 Motive, z. B. Schhlüsselanhänger auf einmal sticken kann.
Diese beiden Größen sind die gängigsten.

Nicht jede Maschine ist für jede Rahmengröße geeignet. Und Wünsche nach oben wird es bestimmt immer geben. Und entgegen der Meinung im Nähmaschinen-Fachgeschäft – der Versatzrahmen kann nicht einfach verwendet werden. Wie der Name schon sagt, der Rahmen muss versetzt werden. Man muss erst die eine Hälfte sticken, dann den Rahmen umstecken und die andere Hälfte sticken. Das setzt aber besonders dafür programmierte Stickdateien voraus. Eine 10 x 10 Maschine stickt nun mal auch nur 10 x 10.

Das Vlies

Damit eure Stickereien auch garantiert gelingen und um ein sauberes Stickbild zu bekommen müsst ihr euren Stoff zusammen mit einem Vlies in den Rahmen einspannen. Fast für jeden Stoff und jedes Vorhaben gibt es ein extra Stickvlies.
Ausreißbares Stickvlies, wasserlösliches Stickvlies oder Stickvlies welches man wegschneiden muss. Es gibt selbstklebendes, nicht klebendes, aufbügelbares und und… das waren glaube ich die wichtigsten.
Küchenrolle und Zeitungspapier sind übrigens kein geeignetes Material.

Einige Stoffe und Stickvorhaben benötigen 2 Lagen Vlies, d. h. auf den Stoff kommt auch noch eine Lage auswaschbares Vlies. Das macht man, damit die Stickerei nicht in den Stoff einsinkt, z. B. beim Besticken von Handtüchern oder bei Fleecestoffen.

Die verschiedenen Stickvliese findet man teilweise in verschiedenen Stärken. Hier gilt je fester der Stoff desto höher die Stärke vom Stickvlies.

Beim Besticken von dehnbaren Stoffen ist es wichtig, dass ihr nur das Vlies in den Rahmen einspannt. Ich nutze für dehnbare Stoffe selbstklebendes Stickvlies. Auf das Stickvlies wird der Stoff geklebt. Wenn man dehnbare Stoffe in den Stickrahmen einspannt hat das zur Folge, dass die Stickerei sich auf dem T-Shirt oder dem Pulli verzieht.

Welches Vlies denn nun für welchen Stoff?

Ausreißvlies

Ausreißvliese sind Standardvliese in der Stickerei.

Stickvlies zum Schneiden

Wenn große Stabilität beim Sticken verlangt wird, sind Schneidevliese perfekt geeignet, denn sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Stichfestigkeit aus. Nach dem Sticken Vlies um die Stickerei herum zurückschneiden.

Stickvliese zum Aufbügeln

Elastische Stoffe verziehen sich beim Sticken und benötigen deshalb unbedingt ein Stickvlies zum Aufbügeln. Das aufgebügelte Stickvlies gibt Jersey und Stoffen mit Elasthangehalt mehr Halt und Stabilität und verhindert das Verziehen des Stoffes beim Sticken.

Selbstklebendes Stickvlies

Filmoplast ist ein selbstklebendes Stickvlies zum Haftfixieren vor dem Sticken. Die zu bestickenden Stoffe werden nur aufgelegt. Das verhindert Rahmenabdrücke auf empfindlichen Stoffen. Kleine Teile, die man nicht in den Rahmen spannen kann, lassen sich mit dem Klebevlies ganz bequem besticken. Zur Stabilisierung von dehnbaren Stoffen wie T-Shirts, Polos oder alles was nicht in den Rahmen gespannt werden kann, z. B. auch Filz.

Wasserlösliches Spezialvlies

Kommt immer dort zum Einsatz wo keine Stickvliesrückstände zu sehen sein sollen. Es ist geeignet für alle Stoffe, die mit Wasser behandelt werden können.
Verwendung z. B. beim Besticken von Handtüchern

 

Stickgarn

Ihr benötigt auf jeden Fall Maschinenstickgarn. Mit Handstickgarn oder Nähgarn bekommt ihr keine schönen Stickergebnisse. Es gibt sehr viele Marken und auch hier ist es wie bei der Nähmaschine. Nicht jede Maschine mag jedes Garn. Das muss man ausprobieren. Dafür gibt es ganz viele wundervolle Farben, Arten und Effektgarne.
Beim Sticken mit der Stickmaschine benötigt man außerdem – anders als bei der Nähmaschine- einen extra Unterfaden. Den Unterfaden könnt ihr in Form einer Rolle in verschiedenen Lauflängen kaufen oder bereits aufgespult auf Unterfadenspulen aus Pappe. Letzteres ist aber deutlich teurer, und nicht jede Maschine mag die fertigen Spulen. Untergarne gibt es in weiß und schwarz. Ihr solltet immer einige Spulen auf Vorrat haben. Nichts ist nerviger als während des Stickvorgang neu aufspulen zu müssen.

Das gängige Stickgarn hat meist eine Stärke von 40. Feinere Garne benötigt man besonders dann, wenn man sehr feine Stickereien oder sehr kleine Schriften sticken möchte. Umso größer die Zahl ist, desto feiner ist das Garn. Für kleine Schriften nutze ich die Stärke 60. Aber beachtet – bei den dünnen Garnen funktioniert der automatische Fadeneinfädler nicht.

Sticknadeln

Zum Maschinensticken benötigt man extra Sticknadeln. Auch hier gibt es wieder Unterschiede. Auch beim Sticken wird die Nadel dem Stoff und dem Garn angepasst. Je feiner das Garn, desto feiner die Nadel. Möchte man mit Metalic-Garn sticken empfiehlt es sich eine entsprechende Nadel zu verwenden. Andernfalls wird das Garn ständig reißen. Ansonsten benutze ich für alles andere die Universal-Sticknadel 75/11, auch für Kunstleder.

Stickschere

Wenn man zum Beispiel Applikationen sticken möchte benötigt man auf jeden Fall eine Stickschere. Sie hilft dir dabei überstehende Stoffränder sauber abzuschneiden und Spannfäden sauber zu entfernen. Eine kleine Stickschere ist meist bei der Maschine dabei. Bewährt haben sich außerdem eine speziell gebogene Applikationsschere und eine Pinzettenschere.

Malerkrepp

Gerade wenn man ITH-Dateien sticken möchte ist Malerkrepp dein bester Freund. Ich verwende ungern Sprühkleber oder dergleichen. Allerhöchstens auf die Rückseite für Schlüsselanhänger gebe ich ein wenig Sprühkleber.

Stickprogramm

Hat man sich endlich für eine Stickmaschine entschieden steht schon die nächste Entscheidung an.
Brauche ich eine Sticksoftware und wenn ja welche?
Wo liegen die Unterschiede und warum sind die Programme so teuer?
Gibt es auch eine kostenlose Variante?

Neben der Stickmaschine ist eine entsprechende Software eigentlich das wichtigste. Denn nur mit einem entsprechenden Programm kannst du dir fertige Dateien anschauen und mit einigen Programmen auch bearbeiten oder sogar eigene Datein erstellen. Das Ändern  ist bei kommerziellen Datein häuftig nicht erlaubt. Dazu gehören auch das Verkleinern oder Vergrößern. Das nimmt auch Einfluß auf die Qualität.
Enthält die Datei z. b. ein Feld in das man einen Name einfügen kann ist das natürlich erlaubt.

Ein kostenloses Programm zum Anschauen von Stickdateien ist z. B. MyEditor. Mit dieser Software kannst du jedoch keine eigenen Datein erstellen. Hierfür benötigt man eine andere Softwarekategorie.

Das Erstellen von Stickdatein geht beispielsweise mit Programmen wie Embird oder PeDesign. Die Hersteller versprechen meist vollmundig eine einfache Umwandlung von Fotos in Stickdatein. Meiner Erfahrung nach entspricht dies jedoch nicht ganz der Wirklichkeit. Das Erstellen von eigenen Datein benötigt etwas Übung. Die automatische Umwandlung funktioniert nur für entsprechend vorverarbeitete  Bilder wirklich gut und die umgewandelte Stickdatei muss häufig noch nachbearbeitet werden.

Ich persönlich arbeite mit PeDesign 10. Nach einer recht langen Einarbeitungszeit komme ich inzwischen gut mit der Software klar. Allerdings war der Einstieg alles andere als intuitiv. Die Stickprogramme sind zudem sehr teuer.
Wenn man professionell mit der Stickmaschine arbeiten möchte eignet sich die Anschaffung einer entsprechenden Software auf jeden Fall. Denn ohne diese Programme ist das Erstellen eigener Datein lediglich sehr eingeschränkt möglich.

Auswahl des Stickmusters

Mit den auf der Maschine eingespeicherten Mustern kommt man schnell an Grenzen. Es gibt im Internet viele Hersteller von Stickdateien. Die allermeisten stellen euch Freebies zur Verfügung, damit ihr die Qualität der Dateien testen könnt. Auch international gibt es viele sehr gute Hersteller. Viele haben eigene Shops oder verkaufen über Dohero und Etsy.

Gekauft wird per Direkt-Download, die Bezahlung erfolgt per Paypal.
Man bekommt meist eine Zip-Datei mit allen Formaten. Jeder Stickmaschinen-Hersteller hat sein eigenes Stickdatei-Format
Brother z. B. benötigt Dateien im Format pes oder dst, Husquarna VP3
Bernina exp, Janome Jef und Singer XXX – um nur einige zu nennen.

Über einen USB-Stick gelangt die Datei dann in die Stickmaschine.

Verschiedene Stickdateien

Es gibt viele verschiedene Arten.

Die Füllstich-Stickerei

Die wohl häufigste Art etwas zu sticken und wohl auch die einfachste. Bei Füllstich-Stickdateien besteht – wie der Name schon sagt- das komplette Motiv aus Garn. Alle Flächen, Formen und Umrandungen sind gestickt.

Die Applikation

Bei Applikationen werden große Flächen mit Stoff hinterlegt und meist mit einem Satinstich sauber „abgerundet“. Je nach Stickdatei und Motiv wird dann z. b. auf dem applizierten Stoff noch ein Motiv oder ein Gesicht gestickt. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Die Fransen-Applikation
Bei der Fransenapplikation wird ebenfalls meist Stoff hinterlegt, statt eine Fläche mit Füllstich zu füllen. Allerdings wird hier kein sauberer Satinrand verwendet sondern ein einfacher Stich der die überstehenden Stoffränder stehen lässt. Diese fransen dann nach dem ersten Waschen schön aus und erzielen tolle Effekte.

Doodle

Doodle-Stckdateien sehen aus wie gekritzelt. Alles darf krumm und schief sein. Das muss so. Mit der „Doodle-Technik“ könnte man auch mit der Nähmaschine Apllikationen aufbringen. Denn meistens bekommt man mit der Nähmaschine nichts gerade hin. Zumindest nicht ohne Übung.

Redwork

Beim Redwork wird – wie der Name verrät – mit roten Garn und Steilstich gestickt. Und das ganze auf weißem Untergrund.
Sie sind eher in den USA ein Trend. Besonders ist hier, dass ein Motiv meistens an einem Stück gestickt wird. Ohne Sprungstiche. Die Art zu Sticken ist außerdem sehr alt. Früher wurde sie mit der Hand gestickt.

 

ITH – In the hoop

ITH steht für „In the hoop“, also im Rahmen. Das heißt, ihr könnt ein komplettes Nähwerk in einem Stickrahmen von der Stickmaschine nähen lassen. Das hat besonders den Vorteil, dass es schnell geht und man keine schiefen Nähte hat.  Man kann zum Beispiel Taschen, Buchhüllen, Teelicht-Cover und Handytaschen sticken.
Besonders die Reißverschlußtäschchen sticke ich ITH

Kogro

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